Archiv für März 2009

Krisendemo – autoritäres Spektakel?

Demos
sind DAS Aktionsfeld der „Linken“ schlechthin. Dass diese Form starke autoritäre Züge hat, wird dabei selten hinterfragt- obwohl sowohl DemoteilnehmerInnen und -aufruferInnen mehr oder weniger explizit basisdemokratisch und hierachiekritisch sind.
Einzelpersonen oder kleinen Gruppen planen die Demo, sie legen Ort, Zeit, Dauer und Thema fest. Auf der Demo selbst gibt es dann einige wenige „Wichtigmenschen“, die Reden halten, den Weg angeben, oder Slogans vorgeben. Manchmal gibt es noch OrdnerInnen, die den Job als HilfspolizistInnen haben. Wie erfolgreich eine Demo ist, wie viele Menschen sich mobilisieren lassen, hängt nicht nur von der Relevanz des Themas ab, sondern auch wieviel Autorität die AufruferInnen innerhalb der jeweiligen Szene haben. Je grösser eine Demo ist, desto autoritärer wirkt sie. Einerseits gibt es mehr „Schafe“ und wenige „Wichtigmenschen“, andererseits ist die Möglichkeit zur Intervention bei kleinen Aktionen grösser.
Genug Demos dienen in erster Linie der Selbstdarstellung. Flyer werden nur innerhalb der Demo verteilt, Reden sind für Außenstehende nicht hörbar/uninteressant, Parolen auf Stammtischniveau. Womit nur ein paar Transpis und eventuell ein/e PressesprecherIn überbleibt, die den Sinn der Demo sichtbar machen. (mehr…)

How to make a seedball

1., Mensch nehme:
- trockenen, gesiebten Lehm/Ton (5 Teile)
- trockene Erde/Kompost (3 Teile)
- verschiedenen Wildblumen-/Gemüsesamen ( 1 Teil)
- Wasser ( 1-2 Teile)

2., Vermische Erde und Samen

3., Gib Ton/Lehm dazu und vermische es gut. Als nächstes sprüh Wasser dazu. Nimm nur soviel Wasser, dass das ganze zusammenhält.

4., Nimm ein Teil der fertigen Mischung und roll es zu einer Kugel in der Größe einer Murmel.

5., Leg den fertigen Seedball in die Sonne und lasse ihn für 1-2 Tage trocknen.

6., Verstreu die Seedballs. Warte auf Regen und bewässere selbst, damit die Samen keimen können.

Übersetzung von seedball.com

Anm.: Wer ein bisschen sucht, wird verschiedene Seedball-Rezepturen finden. Das Grundrezept ist jedoch immer das gleiche. Manche lassen das Trocknen weg, manche geben noch Fertilizer dazu. Zum Schluss noch 2x Video-Links und 1x allgemeine Tipps:

Video: Seedball Story
Video: Seedballs in der Erziehung
allgemeine Tipps zum Guerilla Gardening

Sonnenblumen-Guerilla


Sonnenblumen gehören zu den interessantesten Pflanzen. Die Knospe verfolgt den Lauf der Sonne. Die Samen ergeben leckeres Vogel- und Menschenfutter. Und die blühendem Sonnenblumen sind ein echter Blickfang.
Sonnenblumen sind leicht zu ziehen. Die einfachste Variante ist, sich einen sonnigen Platz aussuchen, auf nährstoffreichen Boden achten, Samen 2cm in die Erde stecken, auf genug Regen & Sonne hoffen, hoffen, dass Vögel und Schnecken sie nicht essen.(Samen mit Erde bedecken!) und warten. Erfolgsversprechender ist es, die Samen zuhause vorzuziehen, und dann die Keimlinge auszusetzen. Diese sind natürlich etwas resistenter.
Da die Stadt eh schon grau genug ist, es aber andererseits auch genug Platz für den Anbau gibt, wollen wir diesen Sommer versuchen, ein paar organische Farbtupfer in die Stadt zu bringen. Und damit wir nicht allein sind, verteilen wir in den nächsten Wochen Samen & Flyer auf Aktionen, Treffen oder „einschlägigen“ Lokalen.
Hier werden ein paar Flächen vorgestellt, wo mensch anbauen kann. Doch Platz ist überall, wo Erde ist, und keine StadtgärtnerInnen arbeiten.

F13+14

Ein spannendes Wochenende steht Wien bevor. Da wird einerseits schon traditionell der Unglückstag Freitag, der dreizehnte, umgewandelt in einen Aktions- und Feiertag der sozial Ausgegrenzten und Nutzung des Öffentlichen Raum von und für alle. Diesesmal gibt es einen Seethaler-Chor beim Bahnhof wien-Mitte, einen Waltz-Mob in der Spittelau, ein kleines, mobiles Akkordeonfest ausgehend vom Karlsplatz, gemeingefährliches Beineausstrecken auf der MaHü,….
Abends ein Freak-Fest im Tüwi, und ein Akkordeon-Fest im Porgy&Bess. Parallel dazu gibt es ein Medienzentrum von Indymedia im Rahmen eines 2tägigen Workshops, da es neue, aktive Leute braucht, um das Projekt am Leben zu erhalten.
Daneben gibt es das Wochenende noch eine Preformance namens „Nightwind“ im Theater des Augenblickes. Thematisch geht es dabei um Trauma & Heilung (‚The Blessing is Next to the Wound’). Gemacht wird es von Hector Aristobal, kolumbianischer Menschenrechtsaktivist, der nach Morddrohungen fliehen musste, außerdem ist er Psychologe und Schauspieler.
Im EKH gibt es am Samstag Breakcoreparty KOR05 Film, Musik & Preformance.

Links:
F13
Indymedia
TdA
EKH